weltgewandt

Lisa Pütz

Mein Aufenthalt in Kanada, Victoria, BC
Lisa PützAls mich meine Mutter vor zwei Jahren gefragt hat, ob ich mal überlegen möchte, für ein paar Monate ins Ausland zu gehen, habe ich zunächst abgelehnt. Als wir dann aber einige Monate später in der Schule darüber gesprochen haben, fand ich die Idee doch ganz gut und bin auf die Jugend Bildungsmesse gegangen. Dort habe ich mir überlegt, dass ich mit weltgewandt für fünf Monate nach Kanada gehen möchte. Nach vielem Nachdenken und einem persönlichen Gespräch habe ich mich dann entschieden, auf die Claremont Secondary School auf Vancouver Island in Saanich /Victoria zu gehen. Als es dann endlich losging und ich in Victoria angekommen bin, war ich etwas aufgeregt, meine Gastfamilie zu treffen, die mich am Flughafen abholen wollte. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese Sorge völlig unbegründet war. Meine Gastfamilie waren die nettesten und offensten Menschen, die ich in meiner ganzen Zeit in Kanada kennengelernt habe und haben mich sofort wie ein Mitglied ihrer Familie aufgenommen. Sie haben zwei Kinder (11 und 12 Jahre alt), eine Katze und einen Hund, mit denen ich mich auch sofort super verstanden habe.
Die Schule war auch sehr gut. Es gab ein ganz anderes Fächerangebot als in Deutschland, wie zum Beispiel Tanzen, Kochen oder Rudern und das Schulsystem war komplett anders, sodass ich jeden Tag die gleichen vier Fächer hatte. Eine weitere Sache, die sehr stark aufgefallen ist, war die Schuleinheit. Schon in den ersten Tagen in der Schule hat man viele Schüler gesehen, die Kleidung oder Rucksäcke von Sportteams der Schule getragen haben, was ich aus meiner Schule in Deutschland nicht gewöhnt war. Es gab außerdem Tage, die extra dazu da waren, die Schuleinheit zu stärken und alle Schüler und Lehrer sind in den Schulfarben und/ oder mit Schullogo zur Schule gekommen. Insgesamt waren die Lehrer immer sehr engagiert und haben bei allen Schulaktivitäten, wie Thementagen oder Sportteams, teilgenommen und mitgeholfen. Es hat Spaß gemacht zu sehen, mit wie viel Energie sich jeder für die Schule eingesetzt und motiviert hat mitzumachen. Dadurch bin ich nicht nur wie geplant dem Ruderteam beigetreten, sondern auch dem „Spiritclub“, in dem man Schulversanstaltungen plant, und dem Basketballteam, obwohl ich vorher noch nie richtig Basketball gespielt habe. Obwohl alle Leute dort sehr nett waren, war es aber etwas schwerer sofort Anschluss bei den Kanadiern zu finden, sodass die Austauschschüler oft mehr zusammen gemacht haben und etwas von den „Locals“ getrennt waren. Wenn man aber gerne mehr Kontakt zu den Schülern dort haben wollte, war dies in Sportteams und in bestimmten Unterrichtsfächern am leichtesten, weil es dann wahrscheinlicher war, dass man dieselben Interessen geteilt hat.
Außerhalb der Schule habe ich in der Zeit, in der ich abends zu Hause war, sehr viel mit meiner Gastfamilie verbracht. Wir haben uns unterhalten, gemeinsam Serien und Filme angeguckt, zusammen gebacken und teilweise auch gepuzzelt. Das Essen war allerdings etwas anders als gewohnt. Häufig gab es Tacos, Pizza (die dort nicht so ist wie in Deutschland!) oder Mac ‘n Cheese und dafür hatte meine Gastfamilie kein richtiges Brot oder irgendeinen Belag für Sandwiches außer Erdnussbutter. Es war auch am Anfang oft so, dass jeder gegessen hat wann und wo er wollte. Das heißt, dass ein paar in der Küche oder im Wohnzimmer und andere dann erst eine Stunde später vor dem Fernseher gegessen haben. Außerdem waren oft Freunde zum Essen zu Besuch oder wir haben den Abend bei Verwandten verbracht und dort zusammen gegessen.
Eine weitere Sache, die in Kanada etwas anders ist, sind die verschiedenen Feiertage. Ich habe mit meiner Gastfamilie mein erstes Thanksgiving erlebt. Bei meiner Gastfamilie hieß Thanksgiving, dass man über drei Tage lang nur Truthahn mit sämtlichen Freunden und Verwandten gegessen hat. Dafür kannten sie aber weder Nikolaus noch Karneval und auch Weihnachten fing erst morgens am 25.12. an und jeder hat den gleichen Schlafanzug und einen gefüllten Socken am Kamin bekommen. Obwohl ich am Anfang dachte, dass ich an Weihnachten Heimweh bekommen werde, war das überhaupt nicht der Fall und es hat total viel Spaß gemacht, Weihnachten mit meiner Gastfamilie zu verbringen.
Insgesamt würde ich sagen, dass ich so ein Auslandsjahr jeder Zeit wieder machen würde. Ich habe in den fünf Monate so viele nette Menschen kennengelernt und tolle Erfahrungen gemacht, dass es sehr schwer war, wieder abzureisen. Jeder, der überlegt dort hinzugehen, sollte das auf jeden Fall machen.

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