weltgewandt

Florian

Mein längster Urlaub

Ich war lange Zeit fest entschlossen, nicht ins Ausland gehen zu wollen. Und das, obwohl meine Eltern mich immer wieder gefragt haben, ob ich das nicht machen möchte. Und eines Tages, als ich mir dann doch mal ein paar Berichte von anderen Austauschschülern durchgelesen habe, kam auch bei mir plötzlich die Lust, neue Sachen zu erleben.
Also fingen wir, meine Eltern und ich, an uns im Internet ein wenig zu informieren. Am Ende sind wir dann bei weltgewandt gelandet. Nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch, bin ich doch von meinem anfänglichen Wunsch nach Amerika zu gehen abgekommen und bin letztendlich in Kanada, genauer gesagt Kelowna, gelandet. Warum Kelowna? Ganz einfach – Für mich war es einfach die Stadt, die von der Beschreibung her am besten für mich passte. Nicht zu groß, nicht zu klein, Berge und das anliegende Skigebiet.
Als das vertragliche soweit alles geregelt war schrieb ich einen ersten Brief an meine zukünftigen Gasteltern, in dem ich mich selber beschreiben sollte. Für mich war dieser Brief, warum auch immer, eine der größten Hürden vor meinem Abflug. Ich war kurz davor alles wieder hinzuschmeißen. Aber mit Hilfe meiner Eltern konnte ich dieses Hindernis überwinden und konnte mich wieder auf meinen Austausch freuen.
Noch kurz ein bisschen was zu mir selbst: Ich bin 15 Jahre alt, gehe aufs Gymnasium und mache gerne Sport. Ich war schon immer ein sehr zurückhaltender Mensch, besonders in Situationen, in denen ich mich nicht so richtig wohlfühle. Darüber hinaus bin ich einfach von Natur aus ein Gewohnheitsmensch. Gerade deswegen war für mich ein Austauschjahr, in meinem Falle ja nur ein halbes, ein ganz schöner Kontrast zu meinem normalen Leben. Ich bin grundsätzlich ein sehr fröhlicher und lustiger Mensch.
Aber jetzt zu dem Hauptteil. Mein Flugzeug verließ Frankfurt mit knapp zwei Stunden Verspätung. Knappe zehn Stunden später setzte ich tierisch aufgeregt meinen Fuß zum ersten Mal auf kanadischen Boden. Dort musste ich dann zuerst mein Visum abholen, was ich für ein halbes Jahr eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Alleine dies kostete mich drei Stunden. Zum Glück war ich dabei nicht alleine. Ich hatte bereits im Flieger ein paar andere Austauschschüler kennengelernt. Mit dem letzten Flieger des Tages, den wir beinahe auch noch verpasst hätten, ging es für mich dann doch noch weiter nach Kelowna.
In Kelowna wartete bereits meine Gastmutter auf mich. Eine geschiedene Mutter mit drei Kindern (18, 21 und 23). Eltern aus Asien stammend, aufgewachsen in Holland, ausgewandert nach England und letztlich in Kanada gelandet.
Die ersten drei bis vier Wochen, waren für mich eine Zeit mit gemischten Gefühlen. Einerseits erlebte ich so viele tolle neue Sachen. Alleine die Schulfächer die ich gewählt hatte: Eishockey, Woodwork, Stagecraft, und Science. Dazu kamen die ersten neuen Freunde, die ich so nach und nach kennenlernte. Darunter neben einigen Kanadiern auch den ein oder anderen Deutschen.
Andererseits hatte ich, gerade in Situation, wo mir langweilig war, immer wieder Heimweh. Meine wahrscheinlich größte Sorge vor meinem Abflug.
Dieses legte sich eigentlich schlagartig, als ich anfing mir neue Beschäftigungen für nach der Schule zu suchen. Übrigens, die Schule in Kanada fängt erst um 9:00 Uhr und ist bereits um 15:00 Uhr zu Ende. Dazu muss man sagen, dass meine Schule flächendeckend mit freiem W-LAN ausgestattet war, was für mich ein persönliches Highlight war.
Zurück zu der Heimwehsache. Am Anfang des zweiten Monats legte ich mir eine Mitgliedschaft für Fitnessstudio zu. Und so verbrachte ich von diesem Tag an, fast jeden Tag mit meinem Freunden im Fitnessstudio bzw. im Schwimmbad. Somit war für mich eigentlich gar keine Zeit mehr da, über meine Familie und Freunde in Deutschland nachzudenken.
Meine Wochenenden verbrachte ich meistens auf Big White, so heißt das anliegende Skigebiet. Mit den meisten meiner Freunde traf ich mich bereits am extra eingerichteten Ski-Bus. Andere traf ich später oben. Das Snowboard hatte ich mir zuvor günstig für die ganze Saison ausgeliehen. Also wer gerne Ski bzw. Snowboard fährt, für den ist das ganze einfach nur ein Traum. Puderweicher Schnee, Vielfältigkeit z.B. durch Bäume – mag simpel klingen, ist aber für mich eines der Highlights des Skigebiets
Ende Januar, also nach genau fünf Monaten, stand dann auch schon wieder mein Heimflug an. Da ich mit nur einem Koffer nach Kanada geflogen war, musste ich mir erst noch einen zweiten Koffer kaufen, damit ich alle meine neu gekauften Sachen mitnehmen konnte.
Was glaube ich besonders die interessiert, die nur ein halbes Jahr bleiben, ist, wie ich den Wiedereinstieg in die Schule erlebt habe. Um ehrlich zu sein recht gut. Natürlich fehlt mir in Fächern wie Mathe, Chemie, Physik oder Informatik eine ganze Menge an Stoff. Aber auch das bekommt jeder Schüler mit ein wenig Engagement hin. In Fächern wie Erdkunde oder SoWi hatte ich dafür überhaupt keine Probleme. Und in Englisch erst Recht nicht mehr.
Alles in allem waren die fünf Monate für mich eine wunderbare Zeit. Wenn ich alles in drei Wörter zusammenfassen müsste, würden diese wahrscheinlich „Mein längster Urlaub“ lauten. Allerdings fehlen mir dabei die unzähligen Erfahrungen die ich in und außerhalb der Schule gemacht habe.

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